Unter dem Motto „Ausbildung und Arbeit für junge Menschen mit Behinderungen“ veranstaltete das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am 6. und 7. Juli 2026 die Inklusionstage im Berliner Café Moskau. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden, Wissenschaft und Praxis diskutierten dort über Wege zu mehr Teilhabe am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.
Für den BSK nahmen Hans-Werner Eisfeld, Leiter der BSK-Landesvertretung Niedersachsen, Simone Siebert, BSK-Referentin für Gesundheit & Soziales, sowie Reinhold Krull, ehemaliger Leiter der BSK-Kontaktstelle Löningen (jetzt Lastrup/Cloppenburg) , an der Veranstaltung teil. Im Mittelpunkt standen dabei der fachliche Austausch, die Vernetzung mit Akteurinnen und
Akteuren der Behindertenpolitik sowie neue Impulse für die Arbeit des Verbandes. Besonders eindrucksvoll war am ersten Veranstaltungstag die Podiumsdiskussion „Inklusion trifft Politik“ mit Heike Heubach, Jasmina Hostert, Wilfried Oellers, Corinna Rüffer und Janine Wissler. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Verantwortung Politik und Gesellschaft für die
Umsetzung von Inklusion tragen.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die Aussage von Wilfried Oellers, Inklusion sei in erster Linie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Diskussion gewann zusätzlich an Dynamik, als sich Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, aus dem Publikum zu Wort meldete. Er widersprach dieser Einschätzung und machte deutlich, dass Inklusion ebenso eine staatliche Verpflichtung sei. Dabei verwies er auf
die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) sowie auf die Regelungen der Eingliederungshilfe.
Die lebhafte Debatte zeigte, dass eine erfolgreiche Inklusion nur gelingen kann, wenn Politik, Gesellschaft und die Träger der Selbsthilfe gemeinsam Verantwortung übernehmen. Genau dieser Austausch machte die Inklusionstage für die BSK-Vertreter besonders wertvoll. „Die Inklusionstage bieten die Möglichkeit, mit Entscheidungsträgern, Verbänden und
Selbstvertretungsorganisationen direkt ins Gespräch zu kommen. Dieser persönliche Austausch ist für unsere Arbeit im BSK von großem Wert“, betont Hans-Werner Eisfeld. Auch für die zukünftige Arbeit der Landesvertretung und der Kontaktstellen konnten zahlreiche Anregungen mitgenommen werden. „Wir nehmen viele neue Impulse mit nach Niedersachsen. Solche
Veranstaltungen stärken unser Netzwerk und helfen uns, die Interessen von Menschen mit Behinderungen vor Ort noch besser zu vertreten“, so Eisfeld.
Text (redaktionell ergänzt): Simone Siebert, BSK-Referentin Gesundheits- und Sozialpolitik /
Foto: Ronja Klein