Mit einem eindrucksvollen Vortrag zum Thema „Inklusion beginnt in der Sprache“ setzte die BSK-Kontaktstelle Ganderkesee am 5. Mai 2026 ein starkes Zeichen für mehr gesellschaftliche Teilhabe und respektvolle Kommunikation. Referentin war Susanne Steffgen, die den rund 45-minütigen Vortrag vor zahlreichen Interessierten hielt. Dank der Unterstützung von Aktion Mensch wurde die Veranstaltung live übertragen und damit barrierefrei zugänglich gemacht.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, welche Rolle Sprache für eine inklusive Gesellschaft spielt. Bereits zu Beginn machte Susanne Steffgen deutlich, dass Sprache weit mehr sei als ein reines Kommunikationsmittel. Sie könne Brücken bauen, Vorurteile abbauen und Menschen miteinander verbinden – oder Ausgrenzung verstärken.
Anhand zahlreicher praktischer Beispiele zeigte die Referentin, wie sich durch kleine Veränderungen im Sprachgebrauch große Wirkung erzielen lässt. Statt Menschen auf ihre Beeinträchtigung zu reduzieren, solle stets die Person im Mittelpunkt stehen. Formulierungen wie „Person mit Beeinträchtigung“ statt „der Behinderte“ seien einfache, aber wichtige Schritte zu mehr Respekt und Wertschätzung.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war der Begriff „Ableismus“, also die Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigung. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sprach Susanne Steffgen über unbewusste Vorurteile und alltägliche Sprachmuster, die ausgrenzend wirken können. Dabei wurde deutlich, dass viele Barrieren weniger im öffentlichen Raum als vielmehr in den Köpfen der Menschen entstehen.
Auch die Vielfalt von Beeinträchtigungen wurde thematisiert. Körperliche, geistige, psychische sowie Sinnesbeeinträchtigungen bringen unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Mit persönlichen Beispielen und Erfahrungsberichten verdeutlichte die Referentin, wie wichtig Verständnis, Geduld und gegenseitige Unterstützung im Alltag sind.
Besonders praxisnah wurde der Vortrag durch interaktive Übungen und konkrete Formulierungshilfen. Die Teilnehmer konnten eigene Sprachgewohnheiten reflektieren und neue Denkansätze entwickeln. Zudem erläuterte Susanne Steffgen die Bedeutung der sogenannten „Leichten Sprache“, die Informationen verständlicher und damit für mehr Menschen zugänglich macht.
Auch die Integration am Arbeitsplatz spielte eine wichtige Rolle. Verständliche und respektvolle Kommunikation sei eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Menschen gleichberechtigt am Berufsleben teilnehmen können. Sprache dürfe niemals zu einem Hindernis werden, betonte die Referentin.
Zum Abschluss rief Susanne Steffgen die Zuhörer dazu auf, das Gelernte aktiv im Alltag umzusetzen und selbst Verantwortung für eine inklusive Gesellschaft zu übernehmen. Die positive Resonanz zeigte, dass das Thema viele Menschen bewegt und der Wunsch nach mehr Offenheit und Teilhabe groß ist.
Wer den Vortrag verpasst hat, kann ihn weiterhin online ansehen:
https://www.youtube.com/watch?v=u8ADEjGtCsk